Donnerstag, 15. November 2018

Rulerwork an der Nähmaschine- Tipps zum Zubehör

Seit ich bei Regina Klaus einen Rulerwork Workshop an der Longarm Maschine mit Iva Steiner (schnig schnag quilts and more) als Kursleiterin gemacht habe, bin ich hin und weg!
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einfach bunt quilts


Beim Rulerwork Quilting fährt man mit dem Quiltfuß an einem dicken Lineal (Quiltingruler) entlang.
Der Ruler hilft dabei, gleichmäßige Linien, Bögen, Kreise oder andere Formen im Freemotion Modus zu quilten.

einfach bunt quilts


Ich bezeichne mich je eher als leidenschaftliche Patchworkerin, denn als Quilterin.
Mir gefallen geradlinige Designs.
So quilte ich lieber straight line mit dem Oberstofftransportfuß, als Swirls und Federn.
Natürlich bin ich mit meinem Straight Line Quilting irgendwie begrenzt, weil ich keine Muster machen mag / kann, die viele Richtungswechsel haben, weil ich ja dann den Quilt die ganze Zeit hin und her drehen müsste.

Da eröffnet Rulerwork ganz neue Möglichkeiten!

Hier möchte ich euch mitnehmen zu meinem Einstieg ins Rulerwork Quilting auf der Haushaltsnähmaschine.
Ich beschreibe, was ich für Probleme habe, wie ich versuche sie zu lösen und welche Hilfsmittel ich gut finde, und welche nicht so.
(der Artikel enthält Werbung ;-)  )

Los geht's:

Nähmaschine für Rulerwork quilting
Eine Nähmaschine mit großem Durchlass ist beim Rulerwork echt praktisch :-)
Wenn man links UND rechts von der Nadel seine Hände ganz und flach auflegen kann, ist das von Vorteil.



Aber ich habe das mit dem Rulerwork auch auf meiner kleinen Bernina versucht- da arbeitet man halt nur mit den Fingerspitzen der rechten Hand ;-)
Auch ein großer Anschiebetisch, der die Arbeitsfläche vergrößert, ist echt toll.

Die Möglichkeit, den Unterstofftransporteur zu versenken, hat so ziemlich jede moderne Maschine.
Ansonsten kann man eine extra Abdeckung kaufen, die den Unterstofftransporteur verdeckt.
Das ist wichtig, weil beim Freemotion Quilting nur die Nadel der Nähmaschine hoch und runter geht, den Stoff bewege ich!



Baut ruhig mal eure Stichplatte raus und entfernt Staub und Fadenreste.
Und wenn ihr schon dabei seid- schaut euch mal die Stichplatte ganz genau an, ob rund um die Öffnung für die Nadel eventuell Riefen oder Scharten sind!
Den Tipp habe ich von dieser Seite .
Mir ist der Faden immer gerissen, wenn ich in eine bestimmte Richtung quilten wollte.
(zum Haareraufen!!!)
Bei der Untersuchung meiner Stichplatte sind mir winzige scharfe Kanten aufgefallen, die für den Faden tödlich sind.
Ich habe sie kurzerhand mit Nagellack überpinselt ... viiieel besser!
(Demnächst werde ich mir eine neue Stichplatte gönnen...)

Rulerfuß für Rulerwork quilting
Nun zu einem wichtigen Zubehör, mit dem es nicht so leicht ist:
Der Rulerfuß!
Für Freemotion Quilting gibt es Quiltfüßchen zu fast jeder Nähmaschine. Ansonsten kann man sich auch mit dem Stopffuß behelfen.
Leider kann man mit diesen Quiltfüßchen kein Rulerwork machen!
Warum nicht?
Der Rulerfuß muss einen hohen Rand haben, damit man nicht aus Versehen mit dem Lineal zwischen Füßchen und Nadel rutscht.
Das kann Nadelbruch und Rulerbruch zur Folge haben und der Nähmaschine tut es auch nicht gut!
Die Rulerfüßchen haben in der Regel einen Rand, der 1/4" hoch ist.
Das ist genug sichere Auflage für die Quiltingruler.



Zu  meiner Janome Maschine gibt es leider keinen original Rulerfuß.
So musste ich mich nach einem no-name Rulerfuß umsehen.
Da gab es erst einmal die Frage:
Habe ich eine Low-Shank oder eine High-Shank Maschine?
Da geht es um die Höhe des Füßchenschaftes.

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Das kann man ausmessen.
An der Stange, an der das Füßchen befestigt wird (ich nenne sie Füßchenstange) gibt es eine Schraube, die man aufdreht, um das Füßchen komplett abnehmen zu können (nicht nur die Sohle, die man oft einfach anklippen kann, sondern die Sohle mit Schaft).
Das Füßchen muss komplett abgeschraubt werden und die Füßchenstange abgesenkt werden.
Dann misst man den Abstand von Stichplatte bis zur Mitte der Schraube.
Bei Low-Shank Nähmaschinen ist der Abstand von der Stichplatte bis zur Mitte der Schraube 1/2"
Die meisten kleinen bis mittleren Haushaltsnähmaschinen sind Low-Shank.

Bei High-Shank Nähmaschinen ist der Abstand von der Stichplatte bis zur Mitte der Schraube 1" oder mehr.
Große Haushaltsnähmaschinen und Stickmaschinen sind meist High-Shank.
Hier ist der Abstand fast 1", also ist meine Janome eine High Shank Maschine.

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(Bernina Nähmaschinen haben wohl noch was ganz anderes, aber da gibt es original Rulerfüße)

Ich habe für meine Janome Maschine zwei Rulerfüßchen gekauft:
- Einen High Shank Rulerfuß aus Metall.
Da die Befestigung V-förmig ist (wahrscheinlich, damit er auf verschiedene Modelle passt), kann ich ihn nicht wirklich stabil an der Füßchenstange fixieren und er fällt ab und zu einfach ab!

- Einen Quiltfuß XL aus Kunststoff.
Der hat einen guten Halt an der Füßchenstange und auch das Material scheint recht stabil zu sein.
Leider ist der ganze Fuß zu lang für meine Maschine.
Wenn ich ihn in höchstmöglicher Position an der Haltestange befestige und den Fuß über meinem Quilt absenke, dann passt der Quiltingruler hinten nicht unter das Füßchen!
Somit kann ich nicht in alle Richtungen am Ruler entlang quilten!
Weil ich ihn so nicht anständig benutzen konnte habe ich mir gedacht "eh wurscht" und ihn kurzerhand oben abgefeilt!
(Ihr wollt nicht wissen, womit...!)
Jetzt passt es von der Höhe her :-)
Leider landet die Nadel nicht ganz in der Mitte des Füßchenringes! Was haben sie die Hersteller dabei nur gedacht?!
Wenn ihr also die Möglichkeit habt, ein firmeneigenes Rulerfüßchen zu eurer Maschine zu bekommen, dann kauft das, auch wenn es eventuell teurer ist!

Ruler für Rulerwork quilting
Ja, da fängt der Spaß so richtig an :-)
Wie schon gesagt, sind die Lineale für Rulerwork dicker als die Patchworklineale, die ihr vom Zuschneiden kennt.
In der Regel sind sie 1/4 inch dick
Sie haben am besten auch Linien und Winkel eingezeichnet, die beim Platzieren des Rulers auf dem Quilt helfen.

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Longarm Quilter kennen diese Hilfsmittel schon lange- nur bei den Haushaltsnähmaschinen Quiltern, sind sie erst jetzt auf dem Vormarsch.
Angela Walters hat ein paar echt geniale Quiltingruler für Creative Grids entwickelt (hier im Shop).
(ein wirklich witziges englishes Video von Angela Walters zu ihren Quilting Rulern gibt es hier)
Die haben auf der Unterseite diese Anti-Rutsch-Flächen.
Da muss man nicht so fest drücken, damit die Lineale in Position bleiben.
Iva Steiner hat uns im Kurs die Kurvenlineale von Sew-Kind-of-Wonderful empfohlen (hier im Shop).
Die haben eine gerade Kante sowie einen schönen Bogen.
Mit diesem Set kann man schon mal eine ganze Menge anfangen!
(Für den Kursquilt haben wir nur diese beiden Formen benötigt) (Design von Iva Steiner)

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Um Quiltingruler rutschsicher zu machen, klebe ich einfach True Grips Klebepunkte auf die Rückseite ;-)

Handschuhe für Rulerwork quilting
Wer für Freemotion Quilting Anti-Rutsch Handschuhe benutz, wird sie auch beim Rulerwork Quilting bevorzugen.
Ich nehme auf jeden Fall Quilthandschuhe!
Ein guter Grip hilft, den Quilt zu bewegen,  und das Lineal zu fixieren.
Meine sind billige multisize Handschuhe mit Haftpünktchen.

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Auch Gartenhandschuhe aus dem Baumarkt gehen.
Oder man kauft sich extra gute Quilthandschuhe. Die sind dann aus Baumwolle und haben beispielsweise nur an den Fingerspitzen Haftflächen  ;-)

Gleitmatte für Rulerwork quilting
Ja, das sind diese teuren Dinger, die man auf den Anschiebetisch der Nähmaschine legt!

einfach bunt quilts


Die unten haften und oben extra rutschig sind.
Braucht man sowas?
Ich finde die Supreme Slider Matte echt gut!
Der Quilt lässt sich auf der Matte tatsächlich leichter bewegen!
So kann ich mich mehr auf das Lineal konzentrieren.
Die Gleitmatte hat ein kleines ovales Loch, durch das die Nadel stechen kann.
Somit wird auch die Stichplatte mir ihren Höhen, Tiefen und Riefen abgedeckt.
Das ist bei meiner Maschine echt hilfreich!
Da bin ich nämlich regelmäßig mit Fadenschlaufen, die auf der Rückseite entstanden sind, irgendwo hängen geblieben.
Auf dem Bild sieht man den Supreme Slider in Queen Size Größe auf einem extra großen Anschiebetisch.
Das ist schon mal echt klasse. Ich finde nicht, dass kleine Höhenunterschiede zwischen Maschine und Anschiebetisch stören. Mein Anschiebetisch ist gut an der Maschine fixiert- das ist wichtig!
Man muss beim Einlegen und Rausnehmen der Matte wirklich aufpassen, dass man nicht an der Nähmaschinennadel entlangschrammt!!!
(Ach ja- die Matte stinkt am Anfang echt nach Chemie...)

Wie bereite ich meine Nähmaschine also auf Rulerwork quilting vor?
- Oberstofftransporteur versenken
- Rulerfuß einsetzen
- Oberfadenspannung lockern (ich mache auf 2)
-  Spulenkapsel für Freemotion Quilting einsetzen (wenn vorhanden), die hat reduzierte Fadenspannung
- Anschiebetisch befestigen
- Gleitmatte auflegen
- neue Nadel rein (75er Sticknadel von Madeira beispielsweise)
- geeignetes Quiltgarn von guter Qualität einfädeln (z.B. Madeira Cottona 50 oder Aurifil 50)
- Quilt, Quiltingruler und wasserlöslichen Markierstift zücken

Und dann kann es losgehen :-)

Viel Spaß!
Verena

(P.s.: Ich habe ja beschlossen, wieder mehr zu bloggen. Um das zu schaffen, muss ich darüber hinweg sehen, dass nicht alle Bilder perfekt sind! Ich hoffe, ihr macht das auch ;-)  )








Freitag, 9. November 2018

Geschenke nähen: Wäschesäckchen für Abschminkpads

Wisst ihr was:
Dieses Jahr kommt Weihnachten früher als wir denken!

Bei dem anhaltend schönen Wetter, kommt man gar nicht darauf, dass schon November ist, oder?!
Echt höchste Zeit, mit der Weihnachtsnäherei zu beginnen ;-)

Ich will jetzt wieder mehr Bloggen, habe ich beschlossen!!
Und zu zeigen, was ich für Geschenke nähe, ist doch eine gute Gelegenheit!

Hier etwas, was ich schon sooo lange machen wollte:
waschbare Abschminkpads
ein Körbchen dafür und
ein Wäschesäckchen für die gebrauchten Abschmindpads!



Wahrscheinlich habe ich diese Näherei so lange herausgezögert, weil ich mich nicht entscheiden konnte wie, und aus was ich die waschbaren Abschminkpads nähen sollte...
normale Webware? schön bunt, aber nicht saugfähig genug
Frottee? schön saugfähig, aber habe ich nicht
Molton? schön saugfähig, aber da muss ich einzackeln (blöde Arbeit) oder verstürzen (zu dicker Rand)
Bündchenware?
Dafür habe ich mich entschieden!
Bündchenstoff ist recht saugfähig und nicht zu dick.
Erst habe ich versucht, zwei Bündchensoff-Kreise einfach einzuzackeln
Ohmei... das ging erstens nicht gut und hat sich zweitens gewellt wie Hölle!
Zum Verstürzen war ich zu faul. Von den waschbaren Abschminkpads braucht man doch eine ganze Menge und da nähe ich ja tagelang Wendeöffnungen zu!
Also habe ich meine Kreise aufgemalt, die zwei Lagen schmalkantig zusammengenäht und dann ausgeschnitten. Ich denke, so schnell werden die Ränder nicht ausfransen.
Hier meine Pads nach der ersten Runde Waschmaschine und Trockner:
ist doch echt ok!



Aber grandios weich sind sie nicht- muss man sich dran gewöhnen.
Vielleicht probiere ich doch nochmal Flanell.
(Man kann sie auch häkeln, habe ich gehört. Finde ich cool!)

Als Aufbewahrung für die sauberen Abschminkpads habe ich ein "pixie basket" genäht.
Da gibt es eine kostenlose Anleitung von Fabric Mutt.
Ich liebe dieses kleine Körbchen!
Das allein ist schon ein schönes genähtes Geschenk.



Ein kleines Wäschesäckchen aus Netzstoff mit Kordelzug habe ich selbst entworfen (ein e-book dafür gibt es in meinem Shop)



Das geht echt schnell und ist deshalb ideal als genähtes Geschenk :-)
(Meine Schwiegermutter hat es gleich im Laden entdeckt und war ganz begeistert)

Damit ich keinen Schmarrn verschenke, habe ich schon getestet, ob auch nichts auseinander fällt, wenn ich das wasche.
Ich habe es zusammen mit anderem Zeug in die Waschmaschine und in den Trockner getan und alles kam tiptop heraus!
(Die Abschminkpads muss ich nicht mal bügeln ;-)  )

einfach bunt quilts

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Ha- das hat Spaß gemacht!

Habt ihr auch Lust, sowas zu nähen?

Dann kommen hier die Links:
(Werbung!)
Pixie Basket von Fabric Mutt
Stoffe von Cotton and Steel "Steno Pool"
Bügeleinlage S 320

e-book Netzsäckchen
Netzstoff (Mesh Fabric)
dünne Kordel
Kordelstopper

Bündchenstoff

Habt Spaß, ihr Lieben!
Verena




Montag, 8. Oktober 2018

6 Köpfe 12 Blöcke 2018 im Oktober: One Way Block

Ach, der Block den Andrea (quiltmanufaktur) uns diesen Monat vorstellt, hat mir wieder so richtig Spaß gemacht!
Es ist ein Pfeil und sie nennt ihn "One Way Block"



In der Facebook Gruppe habe ich schon Fotos gesehen von Reihen, in denen die Pfeile in unterschiedliche Richtungen gehen, ja sogar als Haus und als Baum wurden sie deklariert :-)
Alle sprühen vor Kreativität, es ist einfach wunderbar!

Kurz habe ich mir überlegt, ob ich wenigstens einen Pfeil in die andere Richtung laufen lasse...
Aber dann habe ich mich doch dagegen entschieden.
Ich mag das schlicht-grafische an dieser Reihe.
Auch meine beiden farbigen Stoffe habe ich strikt aufgeteilt: Schaft hellblau, Spitze dunkelblau.
Da kam mir natürlich die Technik "mach vier Flying Geese auf einmal", die Andrea in ihrem Tutorial erklärt, gerade recht!
Ruckizucki waren die Pfeile genäht.



Die Rahmen rundrum nehmen dann noch etwas Zeit in Anspruch.
Aber da habe ich etwas geschummelt:
Ich habe nur die vertikalen Streifen angenäht (Zuschnitt 1" x 5 1/2")



Oben und unten kann ich einfach den Zwischenstreifen breiter machen und alles ist am Ende so groß, wie es sein soll!
(Das wäre mit dem Januar Block von Gesine auch schon gegangen. Aber da wollte ich nicht gleich aus der Reihe tanzen ;-)  )
Damit ich nicht vergesse, den Zwischenstreifen um die Pfeil Reihe breiter zu machen, habe ich die lieber schon mal angenäht...



Und dann war ich voll im Flow!
Es sieht so viel aufgeräumter aus, wenn die Zwischenstreifen dran sind!



Die Streifen habe ich exakt auf die 60 1/2" zurechtgeschnitten.
Meine Reihen habe ich alle einzeln ausgemessen.
Sie waren nicht alle gleich lang.
Glücklicherweise war keine kürzer. Nur zu lang!
Beispielsweise mein "Live Saver Block" von Nadra!
Ich habe bei denen, die zu lang waren, an einigen Nähten die Nahtzugabe um 1-2 mm vergrößert.
So konnte ich mich ganz gut auf das richtige Endmaß hinschummeln.
Die Zwischenstreifen habe ich aus der Stofflänge geschnitten (aus einem 60 1/2" großen Stück entlang der Webkante, statt von Webkante zu Webkante)
Wenn man so mit dem Fadenlauf schneidet, lässt sich der Stoffstreifen nicht mehr so dehnen, wie wenn man ihn aus der Stoffbreite schneidet!
Mir kam das ganz entgegen.




Oh, am liebsten würde ich gleich alles fertig machen :-)
Wenn noch jemand Lust hat, einzusteigen, oder den einen oder anderen Block zu nähen, kann sich die Informationen dazu hier anschauen!



Den nächsten Block wird uns Katharina vorstellen.
Und dann geht es mit Dorthes Block in den Endspurt!

Habt Spaß!
Verena